...auf daß Liebe und Freundschaft zwischen euch sei!
(eheliche Partnerschaft im Islam)
Autor: Ibrahim Amini
Übersetzung: Somayeh Kamalian
Herausgeber: Sazeman Tabligat Islami
(Organisation für islamische Öffentlichkeitsarbeit)
Alle Rechte dem Verleger vorbehalten
ISBN 964-304-015-1
Inhaltsverzeichnis (vollständige
online-Version)
Einleitung
Einführende Worte
Sinn der Ehe
Erster Teil: Zu "ihren"
Aufgaben
Vorweg
Freundlichkeit und Freundschaft
Respektiere ihn!
Klagen und Stöhnen
Sei freundlich und liebevoll
Deplazierte Forderungen
Sei ihm Stütze und Trost
Nimm nicht alles als Selbstverständlichkeit hin
Suche nicht nach seinen Fehlern
Interessiere Dich für niemanden als nur für Deinen Mann
Islamischer Hidschab
Sei nachsichtig, verzeih ihm
Bemüh Dich um gutes Auskommen mit seinen Angehörigen
Gib Dich mit dem Beruf Deines Mannes zufrieden
Wenn ihr gezwungen seid, in der "Fremde" zu leben
Trage bei zu seiner Entfaltung
Wenn er zu Hause seinem Beruf nachgeht
Laß ihn nicht aufs "falsche Gleis" geraten
Mißtrauen, Mißtrauen
Hör nicht auf das, was "böse Zungen" reden
In erster Linie muß "er" einverstanden sein, nicht die Eltern
Auch im Haus sei adrett und gepflegt
Sei ihm u. a. auch "Mutter"
Behalte das, was er Dir anvertraut, für Dich
Erkenne seine "Regie" an
Auch in Schwierigkeiten steh ihm zur Seite
Schmolle nicht, zieh Dich nicht gekränkt zurück
Wird er zornig, bleibe ruhig und besonnen
Seine Hobbys
Unser Zuhause
Ein aufgeräumtes Heim
Zu Küche und kochen
Gäste
"Sie"..., seine Treuhänderin
Freie Zeit nicht vergeuden
Berufstätige Frauen
Kinder..., "Blumen im Garten der Ehe"
Zweiter Teil: Zu "seinen" Aufgaben
Verantwortlicher der Familie
Er hat für sie da zu sein
Sei liebevoll zu ihr
Ehre und achte Deine Frau
Sei freundlich und gutgelaunt
Mach ihr das Herz nicht schwer
Ständiges Kritisieren und Bemängeln
Verständnis und Trost
Such nicht nach ihren Fehlern
Laß Dich vom Gerede anderer nicht beeinflussen
Übersieh Entgleisungen
Zur Schwiegermutter
Gib auf sie acht
Und noch ein:
Mißtrauische Männer
Wenn "sie" aber untreu ist
Interessiere Dich nicht für andere Frauen
Dankbarkeit ihr gegenüber
Gutes Aussehen auch zu Hause
Ist doch selbstverständlich!
Wirtschaftliches
Hilf ihr bei der Hausarbeit
Schwangerschaft und Entbindung
Das Kind ist auch das sein
Komm schnell nach Haus
Sei treu
Wenn sie noch unerfahren ist
Kindersegen
Noch ein Wort zum Thema: "Junge oder Mädchen"
Größtes Hindernis
Scheidung
Wir freuen uns, Freunden, Interessierten, Ehepartnern und denen, die es
werden wollen insbesondere muslimischen in nicht-muslimischen Gebieten das
Buch "...auf daß Liebe und Freundschaft zwischen euch sei!" überreichen zu
können, in der Hoffnung, daß es "ihr" und "ihm" Orientierungshilfe
in ihrem gemeinsamen Leben sein und ihren Kindern ein heiteres, intaktes Zuhause sichern
möge.
Sazeman Tabligat Islami - Abteilung für internationale Beziehungen
Wohl jeder junge Mann und jedes junge Mädchen möchten heiraten. Das entspricht einem
in der menschlichen Natur veranlagten Wunsch. Und das ist auch gut so, denn eine intakte
Ehegemeinschaft, in der die Partner einander treu und freundschaftlich zur Seite stehen,
verhilft diesen "ihr" und "ihm" zu Ausgeglichenheit
sowie zu Halt und Festigkeit in ihrem privaten und sozialen Leben.
Die Frau wurde für den Mann erschaffen und der Mann für die Frau. Sie ziehen einander
an, mit "magnetischer" Kraft. Sie ergänzen einander und gehören zusammen wie
Teile eines Mosaiks.
Zu heiraten und eine Familie zu gründen entspricht, wie wir eben schon sagten, einem
im menschlichen Wesen ruhenden Wunsch und Verlangen. Und wenn wir es recht bedenken, wird
uns klar, daß dieser Wunsch ein Segen ist, denn:
Wo könnte unsere Jugend besser und behüteter aufwachsen als in der Geborgenheit eines
geordneten Elternhauses, als in der Nestwärme, die ihr Vater und Mutter geben.
Es ist die feste, verläßliche Verbundenheit mit Eltern und Geschwistern, die den jungen
Menschen vor mannigfaltigen Gefahren, u. a. dem Umgang mit zwielichtigen Freunden und
dessen oft verheerenden Folgen bewahren.
Vater und Mutter, Bruder und Schwester sind es, denen er sich anvertrauen kann, die
vorausgesetzt, daß das Familienleben nicht gestört ist Verständnis und
ein "offenes Ohr" für ihn haben, die ihm treu zur Seite stehen, ihn mit seinen
Problemen nicht allein lassen und ihm helfen, sie zu bewältigen.
Das Elternhaus, das Vater und Mutter schufen, ist ein Ort der Zuflucht, Wärme und
Geborgenheit. In ihm kann er sich wohl, kann er sich "zu Hause" fühlen.
Kurz: Das Eheversprechen, das "Bündnis" oder "Band" der Ehe ist
ein himmlisches, ein heiliges, das "sie" und "ihn" miteinander
verbindet, ihnen Ruhe und Sicherheit schenkt, ihr inneres Gleichgewicht im rechten Lot
hält (bzw. ins rechte Lot bringt) und ihrer beider Denken und Wollen auf ein gemeinsames
Ziel ausrichtet.
Gott spricht im Heiligen Koran, im Vers 21 der Sure 30:
"Eines der Zeichen Gottes ist es, daß Er euch, aus euch selber, Gattinnen schuf,
auf daß ihr Ruhe und Frieden an ihrer Seite fändet und Liebe und Freundschaft zwischen
Euch sei.
Darin sind Zeichen für jene, die nachdenken."
Von Prophet Muhammad (s.a.s.) ist folgender Ausspruch:
"Ein Mann, der keine Gattin hat, ist armselig und hilflos, auch wenn er noch so
reich sein sollte, und eine Frau, die keinen Gatten hat, ist ebenfalls armselig und
hilflos, auch wenn es ihr an materiellen Gütern nicht fehlt."
Imam Sadiq (a.s.) fragte einen Mann:
"Bist Du verheiratet?"
"Nein!"
Er: "Ich wollte nicht einen einzigen Abend ohne meine Frau sein, auch wenn mir die
ganze Welt gehörte!"
Der Prophet ließ uns wissen:
"Kein Gefüge gibt es im Islam, das Gott lieber wäre als das Gefüge der
Ehe."
Der allmächtige Gott hat dem Menschen mit der Ehe einen kostbaren Schatz gegeben, doch
leider, leider..., wie geht er mit diesem um?!
Wie oft ist es doch, daß dieser Schatz, d. h., das gemeinsame Zuhause für
"sie" und für "ihn", das ein Ort der Ruhe, Freundschaft, Liebe und
Hoffnung sein sollte, infolge Achtlosigkeit, Egoismus etc. zu einem finsteren Gefängnis,
ja schlimmer noch, zur Hölle umgestaltet wird. Eine Ehe aber, die zur Hölle wird, läßt
nur zwei Möglichkeiten offen:
Entweder auszuharren bis zum Schluß und Joch, Zank und Unfrieden zu ertragen oder aber
sich zu trennen, das heilige Band der Ehe zu zerreißen.
Dieses bittere Ende aber ist zu vermeiden, wenn beide "er" und
"sie" ihre Verpflichtung, die sie automatisch mit der Eheschließung
übernehmen, kennen und wahrnehmen. Dann kann ihre eheliche Gemeinsamkeit und damit
das daraus hervorgehende Elternhaus zu einem Paradies auf Erden werden, zu einem
Ort der Freude, Heiterkeit und Zuversicht. Etwas, das ich allen wünsche!
Streitigkeiten und Differenzen zwischen den Ehepartnern haben die verschiedensten
Ursachen, unter anderem wirtschaftliche, gesinnungs- und anschauungsbedingte.
"Er" und "sie" sind in Elternhäusern mit bisweilen völlig
verschiedenen Ansichten, in unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen, haben nicht die
gleiche Bildung und Erziehung erhalten, etwas, das naturgemäß zu verschiedenartigem
Denken, Verhalten und Reagieren führt. Häufig sind es auch deplazierte Einmischungen
anderer z. B. der Nachbarn, Bekannten, Eltern, und Schwiegereltern und so
manches andere mehr, das den häuslichen Frieden in Gefahr bringt.
Meiner Meinung nach aber ist der gravierendste Grund ehelichen Unfriedens darin zu
sehen, daß die Partner nicht genügend oder gar nicht aufeinander eingehen, daß sie sich
nicht einander anpassen, nicht nachgeben wollen, nicht nachsichtig sind, daß sie selbst
nicht wissen, wie sie miteinander umzugehen ha ben, daß sie ihre Verantwortung und
Verpflichtung nicht kennen und ihnen nicht wirklich bewußt geworden ist, daß sie als
Ehepaar ein "gemeinsames Leben" - miteinander, nicht neben- oder gar
nebeneinander zu führen haben.
Zu jeder Arbeit, zu jedem Amt (einschließlich des Amtes, "Ehepartner" zu
sein!) sind Bereitschaft und Kenntnis Voraussetzung und Grundbedingung. Dem, dem diese
Bereitschaft und Kenntnis dazu fehlt, wird Erfolg und Gelingen nicht beschert sein.
Schließlich werden deshalb zu jedem Beruf und jeder Tätigkeit Lehrgänge, Kurse,
Studienausbildung etc. angeboten, die die Interessenten bzw. Auszubildenden zu absolvieren
haben.
Auch zur Ehe und Familiengründung sind vorherige Bereitschaft und Kenntnis ein
unbedingtes Erfordernis. Der junge Mann sollte höflich, zuvorkommend und gesittet
sein und wissen, wie ein harmonisches Miteinanderleben in der Ehe auszusehen hat. Auch hat
er über die Neigungen, Interessen und Anschauungen seiner Frau informiert zu sein,
ebenfalls über mögliche Probleme, die in einer Ehe auftauchen können, sowie darüber,
wie diese zu bewältigen sind.
Der, der heiratet, der sich "eine Gattin nimmt", muß sich darüber im klaren
sein, daß dieses nicht gleichbedeutend ist mit: "Ware einkaufen" oder
"sich eine Bedienstete ins Haus zu nehmen".
Zu heiraten ist etwas völlig anderes! Gelöbnis und Treue, Aufrichtigkeit,
Freundschaft, Zusammenarbeit, Miteinanderdenken und fühlen,
"Immer-Füreinander-Da-Sein" und Wohlverhalten sind Grundbedingungen für ein
gemeinsames Leben.
Auch "sie" sollte über Denken und Neigungen ihres Mannes Bescheid wissen,
über seine Wünsche, Interessen, Ansichten.
Sie sollte sich dessen bewußt sein, daß ein "Ehemann" nicht gleichbedeutend
ist mit "Garcon", der bedingungslos für ihre Wünsche und Forderungen
aufzukommen hat.
Sie hat zu wissen, daß ein Eheversprechen unter anderem ein Versprechen zu Kooperation
und Gemeinschaftlichkeit ist, auch, daß zu einer freud- und friedvollen Ehe Klugheit,
Verständnis, Nachsicht, Mitarbeit und Opferbereitschaft notwendig sind.
Obwohl dieses alles eine Selbstverständlichkeit ist, die es zu kennen gilt, und sowohl
Bereitschaft und genügende Vorbereitung zur Ehe, zu einem gemeinsamen Leben, zwingend
notwendig sind, wird diesem dennoch recht wenig Beachtung geschenkt.
Wie oft kommt es doch überall auf diesem Erdenrund vor, daß zwei
ahnungs- und erfahrungslose junge Menschen ein gemeinsames Leben beginnen und mit einem
Male vor einem Berg an Problemen und Mißverständnissen stehen. In völliger Unkenntnis
darüber, wie diese mit vereinten Kräften zu meistern sind (oder gar vermieden werden
können), verrennen sie sich in gegenseitigen Vorwürfen und nutzlosem Gezänke.
Deplazierte und meistenteils nicht auf Vernunft und Kenntnis basierende Einmischungen
seitens Dritter verschärfen die Krise, so daß bereits der frühe Ehehimmel voller
finsterer Wolken hängt, die sich so sehr zusammenballen, daß so manche junge
"Zweisamkeit" schon gleich in ihren Anfängen zum Scheitern verurteilt ist.
Allerdings, es gibt auch jene Ehepartner, die sich, nachdem sie mit den Gewohnheiten
und Wünschen ihres Lebensgefährten vertraut geworden sind, auf diese einstellen und ein
fried- und freudvolles Dasein an seiner Seite führen.
Wünschenswert ist, daß die Brautleute vor ihrem gemeinsamen Start eine Art
"Ehevorbereitungslehrgang" absolvieren, um gerüstet und gestärkt erfolgreich
durchs Eheleben gehen zu können.
Um wenigstens ein "Scherflein" dazu beizutragen, diesem Bedürfnis nach
Aufklärung zum Wohle der ehelichen Partnerschaft entgegenzukommen, ist
dieses Buch geschrieben worden.
Jenen Punkten, die in erster Linie zu beachten sind und jenen Problemen und Irrtümern,
die im wesentlichen zu Uneinigkeit und Streit führen, ist besondere Aufmerksamkeit
geschenkt und versucht worden, anhand göttlicher Weisungen, die im Heiligen Koran
nachzulesen sind sowie Ahadit und Erfahrungen Hilfestellung zu geben.
Ich behaupte nicht, in diesem Buch auf sämtliche möglichen Eheschwierigkeiten und
deren Ursachen eingegangen zu sein. Es gibt gewiß noch viele weitere Faktoren, die die
eheliche Partnerschaft bedrohen können. Doch ich hoffe, daß das Lesen und Durchdenken
der vorliegenden Abhandlungen dazu verhelfen mögen, so manchen Problemen und ernsten
Gefahren vorzubeugen, bzw. sie aus dem Wege zu räumen.
Zu wünschen ist, daß alle, die in Sachen "Eheberatung und hilfe"
kompetent und erfahren sind, ebenfalls das ihrige dazu beitragen und durch entsprechende
Schritte und Maßnahmen gefährdeten Ehen und Elternhäusern zur Seite stehen.
Zur Orientierung: Die Ehepartner sind in diesem Buch getrennt voneinander angesprochen
worden. Das heißt, im ersten Teil wird das, was "sie" angeht, behandelt und im
zweiten das, was "er" zu beachten hat. Es ist jedoch zu empfehlen, beide Kapitel
zu lesen, um ein Gesamtbild von den ehelichen Rechten und Pflichten beider zu erhalten.
Zudem könnte ansonsten der Eindruck entstehen, daß das Thema "Eheliche
Partnerschaft" nur einseitig angegangen worden ist, wohingegen bei aufmerksamem Lesen
des gesamten Buches deutlich wird, daß völlig unparteiisch und neutral vorgegangen
wurde.
Ibrahim Amini, Qum, "Hawzeh Elmieh", Juli 1975
Zu heiraten entspricht einem völlig natürlichen Wunsch und Bedürfnis wohl eines
jeden. Ganz allgemein ist die Ehe von hoher Bedeutung für ein gesundes privates als auch
gesellschaftliches Leben. Unter anderem dewegen, weil sie: